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3D-DRUCK, CAD, CAM

Einfach mal lernen

Wir lernen alle für die Schule, nicht für das Leben, nicht wahr? Dann fragt mal die Zerspaner und die Werkzeugmacher. Die haben während ihrer Ausbildung richtig etwas fürs Leben gelernt.


"Was braucht der Mitarbeiter von morgen?", haben Lehrer Thorsten Schelp und Juri Pfeffer sie und sich gefragt. Und schnell eine Antwort gefunden: "Richtig - den 3D-Druck und die Programmiersprache der Konstruktion und Fertigung." Sprach's - und setzten die Auszubildenden an Computer im Lernlabor mit 3D-Drucker und Konstruktions-Software für additive Fertigungsverfahren.


CAD - Computer Aided Design - und CAM - Computer Aided Manufacturing - standen fortan auf dem Stundenplan. Jenseits der Schule müssen Kurse für diese Programme bezahlt werden - in der Schule gibt es sie während der Ausbildung gratis.


Mohammad, Luka, Erwin, Jakub und Felix haben in diesem freiwilligen Lernfeld gearbeitet und wurden von ihren Ausbildungs-Betrieben dafür freigestellt. Bisher war die Computer-Programmierung nicht Teil ihrer Ausbildung, aber, so Mohammad: "Die Welt entwickelt sich weiter und es ist spannend zu sehen, wie wir in Zukunft arbeiten werden."


Die fünf können jetzt kleine und große Teile am 3D-Drucker schnell mal ausdrucken, sie können komplexe Programme für Werkstücke durchdringen, verstehen - und schreiben. Bei der Arbeit an den Computern hätten sie "ein völlig neues räumliches Verständnis" entwickelt, so Erwin, "wir konnten zum Beispiel mit dem 5-Achsen-System arbeiten, das geht in manchen Betrieben gar nicht." Jakub ergänzt: "Vielleicht können wir sogar Fehler in der Konstruktion entdecken."


So ganz weit weg vom Real Life ist das Lernfeld auch nicht. Schelp: "Wir stehen in Gesprächen mit den Betrieben. Man könnte für sie doch zum Beispiel das Druckprogramm für Ersatzteile schreiben und die Teile gleich ausdrucken." Davon würden beide Seiten profitieren.


Lehrer Schelp hat das freiwillige Lernfeld mit 80 Stunden in ihren Schul-Alltag eingeplant. Dazu gehört auch, umfangreiche Präsentationen nach allen Regeln der Kunst zu fertigen - inklusive Vortrag und mündlicher Prüfung. "Und das hat den Schülern auch noch richtig Spaß gemacht", so Schelp. "Meine Erwartungen wurden auf jeden Fall übertroffen", urteilt Jakub. Denn, so Erwin: "Bei Problemen die Lösungen selber rausfinden - das macht richtig Spaß."